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Forschungsbericht zur Ökobilanz mineralischer Bauabfälle

Die CO2-Bilanz der ortsnahen Aufbereitung und Verwertung fällt besser aus als die ortsferne Deponierung und Verfüllung. Das ist das Ergebnis einer vom Landesverband Bayerischer Bauinnungen beauftragten CO2-Bilanzierung der Hochschule München.

Ortsnahe Verwertung am umweltfreundlichsten

Die Hochschule München verglich die CO2-Bilanzen der verschiedenen Entsorgungsarten anhand von zwei Praxisbeispielen. Untersucht wurden der Abbruch der Mainflutbrücke und der Abbruch der Gebäude in der Bayernkaserne in München. Ziel der Studie war die Beantwortung der Frage, inwiefern eine Aufbereitung von Abbruchmassen zu rezyklierter Körnung und Wiederverwertung (RC-Körnung für Beton bzw. RC-Körnung als Hinterfüllmaterial) im Vergleich zur Verwendung von natürlicher Gesteinskörnung unter Berücksichtigung der notwendigen Transportwege bezüglich der CO2-Emissionen sinnvoll ist.

Für die Abbruchmaßnahmen an der Bayernkaserne in München wurde der Abbruch, die Aufbereitung und die Wiederverwertung rezyklierter Gesteinskörnung (33.000 Tonnen) im RC-Beton analysiert. Hierbei zeigte sich, dass sich die CO2-Emissionen bei ortsnaher Aufbereitung und Wiederverwertung als rezyklierte Gesteinskörnung um rund 2,94 kg CO2-Equivalente pro Tonne Abbruchmaterial verringern lassen. Unter Berücksichtigung üblicher Transportwege für die Anlieferung von Transportbeton und den Abtransport zur Deponie lassen sich die CO2-Emissionen bei Verwendung von RC-Beton um rund 6 Prozent verringern. Diese Verringerung steht ausschließlich mit den wegfallenden Transportwegen in Zusammenhang. 

Für die Abbruchmaßnahme der Mainflutbrücke bei Breitengüßbach wurden der Abbruch, die Aufbereitung und die Wiederverwertung von rezyklierter Gesteinskörnung (2.500 Tonnen) als Hinterfüllmaterial für neue Brückenwiderlager analysiert. Die ortsnahe Aufbereitung und Wiederverwertung hat zu einer Verringerung der CO2-Emissionen in Höhe von rund 70 Prozent geführt. Selbst bei einem unmittelbar neben der Baustelle liegendem Kieswerk läge aufgrund des Transports der Abbruchmaterialien zur Deponie (hier: 20 Kilometer) die Verringerung der CO2-Emissionen noch bei rund 50 Prozent.

Zur Verringerung der CO2-Emissionen im Zusammenhang mit Abbruch- und Neubaumaßnahmen sollte demnach möglichst eine ortsnahe Aufbereitung und Wiederverwertung der Abbruchmaterialien angestrebt werden. Wo möglich sollte zur Verringerung von CO2-Emissionen vor Ort aufbereitete und wiederverwertete rezyklierte Gesteinskörnung anstelle von natürlicher Gesteinskörnung verwendet werden.

Download

Der Forschungsbericht der Hochschule München „Vergleichende CO2-Bilanz: Ortsnahe Verwertung mineralischer Bauabfälle gegenüber ortsferner Deponierung und Verfüllung“, welcher von Prof. Dr. Ing. Andrea Kustermann und Prof. Dr.-Ing Torsten Stengel verfasst worden ist, steht hier anbei zum Download zur Verfügung.